BOS-Klasse gewinnt Bertini-Preis

23 Schülerinnen und Schüler der Berufsoberschule erhielten am 27. Januar den Bertini-Preis für ihren Einsatz gegen das Vergessen von Unrecht.

Über zwei Monate beschäftigten sie sich mit der Geschichte von Else Rauch. Als Lehrerin hatte diese von 1926 bis 1933 an der Volksschule Lutterothstraße unterrichtet und war als Jüdin unter der Nazi-Herrschaft verfolgt, deportiert und ermordet worden. Für ihre aktive Erinnerungsarbeit wurde die Klasse der Berufsoberschule nun bei einem Festakt im Ernst-Deutsch-Theater ausgezeichnet.

Auf die Spur der ehemaligen Lehrerin führte die Klasse die geplante Fusion ihrer Schule mit der Staatlichen Handelsschule Schlankreye (H 3) am neuen gemeinsamen Standort Lutterothstraße und somit am Else-Rauch-Platz. Die Schülerinnen und Schüler wollten herausfinden, wer die Namensgeberin des Platzes war. Dafür recherchierten sie, führten Interviews mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie mit Persönlichkeiten aus der Politik. Sie gestalteten Flyer und erstellten Texte für eine Internet-Plattform, um die Öffentlichkeit über die Persönlichkeit Else Rauch und den Platz zu informieren. Des Weiteren erarbeiteten sie einen Vorschlag zur Umgestaltung des Platzes und für eine Erinnerungsskulptur von Else Rauch. Er liegt den zuständigen Gremien im Bezirk bereits vor.

Der Bertini-Preis wird jedes Jahr am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, an junge Hamburger verliehen, die sich gegen das Vergessen, Verdrängen und Verleugnen von Unrecht engagieren und die aktuelles Unrecht, Ausgrenzung oder Gewalt bekämpfen. Der Name des Preises geht zurück auf den Roman „Die Bertinis", in dem der am 10. Dezember 2014 verstorbene Schriftsteller Ralph Giordano das Schicksal seiner Familie während der Verfolgung in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur in der Hansestadt schildert. Die Ehrungen wurden am Dienstag zum 17. Mal vergeben - in diesem Jahr an acht Projekte. „Ganz im Sinne von Ralph Giordano sorgt ihr dafür, liebe Schüler, dass wir weder unsere Geschichte vergessen, noch unsere Menschlichkeit", so die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz, in ihrer Laudatio. Im Bertini-Preis lebe Ralph Giordano weiter. „Sein Vermächtnis und seine Botschaften leben weiter. Und zwar auch und gerade mit den Preisträgerinnen und Preisträgern." Angesichts des Terrors in Paris oder anderswo dürfe die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit nicht beschnitten werden. „Wir lassen uns nicht einschüchtern! Genau das ist die Botschaft des Bertini-Preises: „Lasst euch nicht einschüchtern!"

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